DIE ZIELLINIEN-ZEREMONIE


Hartmut hat ein neues Ritual erfunden.
Es beruht auf seiner Menschenkenntnis, zahllosen Beobachtungen im Freundeskreis und seinem Drang, ungeschriebene Gesetze ans Licht des Tages zu zerren und offen zu zelebrieren. Nur so, sagt er immer, erspare sich die Menschheit unzählige Lebensjahre des Herumeierns und des Selbstbetrugs, die sich andernfalls viel besser nutzen ließen.
Das Ritual heißt „Ziellinien-Zeremonie“ und ist eine Symbiose aus Neugeburt und vorzeitiger Beerdigung. Der Lebensbusch wird sozusagen gestutzt und zurechtgeschnitten, damit er gezielt in die Richtung wachsen kann, in die er sich ohnehin schon biegt.

Die Zeremonie findet in unserer Scheune hinter dem Haus statt. Susannes Motorräder und Caterinas Staffeleien wurden dekorativ an die Seite gerückt und in der Mitte haben wir aus mehreren stabil verankerten Tapeziertischen eine ansehnliche Tafel errichtet. Links an der Wand, neben der blauen Kawasaki, beginnt das Buffet.
Ein Mann geht heute über die Ziellinie, es ist Klaas. Er hat seine Eltern, Tante und Onkel, zwei Geschwister sowie sechs ausgewählte engste Freunde mitgebracht. Letztere haben Spaß an dem Ritual und sich vorhin vor der Scheunentür bereits unter der Hand über die Preise und die nächsten freien Termine erkundigt, doch Klaas’ Eltern sind skeptisch. Sie gehören einer anderen Generation an. Sie haben noch das Ideal, lebenslang zu lernen, Ausstellungen zu besuchen, sich neben Jazz auch Klassik anzueignen und den "Zauberberg" von Thomas Mann tatsächlich zu Ende zu lesen. Sie wissen nicht, wie es ist, sich von Optionen erschlagen zu fühlen, denn sie sehen in Optionen nur inspirierende Angebote. Klaas nicht. Klaas hat seit seinem 17. Lebensjahr sechs Jahre lang einiges ausprobiert und ist nun fertig damit. Fertig mit den blonden und den brünetten Frauen, fertig mit den Jungs, fertig mit Punk und HipHop, fertig mit einer Ausbildung und zwei angefangenen und direkt wieder abgebrochenen Studiengängen. Klaas weiß jetzt, wer er ist. Klaas weiß jetzt, was er will. Und Hartmut hilft ihm dabei, es endgültig festzuschreiben.

"Klaas", sagt Hartmut feierlich und hebt dabei die Hände in seiner extra für die Zeremonie gefertigten Robe. Es ist ein blauer Bademantel aus Seide mit zwei golden aufgestickten Scheuklappen. "26 Jahre hast du nun auf diesem Planeten gelebt. Hast Erfahrungen gemacht, gelernt und experimentiert. Nun hast du dich entschlossen, dem Experimentieren ein Ende zu setzen und dich zu entscheiden. Für dich selbst."
Klaas nickt.
Hartmut hebt die Hände, damit Klaas aufsteht. Der tut, wie ihm geheißen. Ich rücke derweil die riesige, massive Holztruhe auf Rollen zurecht, die nun zum Einsatz kommen wird. Klaas zittert ein wenig. Es ist nicht leicht, an einem einzigen Tag zu tun, was sich sonst sechs, sieben Jahre hinziehen würde.
"So übergebe nun zunächst die überflüssige Musik der Truhe."
Klaas seufzt. Ein Freund schiebt ihm einen mitgebrachten Karton hinüber. Klaas nimmt ihn auf. Er trägt ihn zur Truhe, öffnet sie und legt eine CD nach der anderen hinein. Ich schiele auf die Titel. Es sind Indierockplatten darunter, anspruchsvolle Rap-Alben, Elektronik, Dub, Two Step und sogar die allerneueste Portishead. All das spielt aber keine Rolle. Klaas weiß das. Klaas weiß, dass er spätestens ab dem 30. Lebensjahr ausschließlich wieder das hören wird, was er zwischen 16 und 21 gemocht hat. Was seine Klassenfahrten begleitete und seine ersten Küsse, seine Weihnachtsfeiern und seinen ersten Sex. All die CDs, die jetzt gerade in der Holzkiste verschwinden, hat er danach erworben. Aus "Interesse". Solange man aber nicht Hartmut heißt oder als Journalist arbeitet, ist es sicher, dass all die Musik, die einem nicht in jungen Jahren zu Herzen ging, sondern nur "aus Interesse" zu Kopfe stieg, langsam und leise aus dem Leben verschwinden wird. Sie wird noch im Regal stehen oder auf der Festplatte kleben, aber man wird sie nicht mehr hören. Sie wird ein Mahnmal sein, ein Mühlstein der Erinnerung an scheinbar bessere Zeiten. Sie wird einem ein schlechtes Gewissen machen, weil man im Grunde nur die alten Lieder spielen will. Klaas ist von ihr befreit.

"Und nun die Bücher", sagt Hartmut.
Klaas dreht sich um und nimmt den Bücherkarton aus den zögerlichen Händen seines Vaters. Der Mann ist befremdet von diesem Ritual, sieht seinen Sohn allerdings an, als wüsste er, dass es für ihn das Beste ist. Klaas ist kein Akademiker, auch das hat er nach zwei abgebrochenen Studien eingesehen. Klaas liest weder Edward O. Wilson noch Bücher wie "Die philosophische Wendeltreppe", die nun für immer in der Holztruhe verschwinden. Klaas hat sich niemals ernsthaft für die Einheit der Wissenschaften oder die Philosophiegeschichte der Welt interessiert. Klaas hat diese Bücher geschenkt bekommen und Klaas hatte einfach Zeit. Nun wird Klaas gemäß seiner Ausbildung eine Stelle als Kaufmann in Sachen Styropor und Schaumstoffe antreten und das war's dann mit der Zeit. Klaas wird heiraten, Kinder zeugen, einen Mittelklassewagen erwerben, die Musik seiner Jugend für die einzig wahre halten und allenfalls noch die Computerbild lesen. Klaas weiß das. Seine Freunde wissen das. Seine Familie weiß das. Warum es nicht schon jetzt offiziell machen? Warum sich nicht all das
Leid ersparen, das in den nächsten Jahren folgen wird, die leisen Vorwürfe, die Fremd- und Selbstbezichtigungen? ‚Du interessierst dich für nichts mehr!’, ‚Was ist aus dem alten Klaas geworden?’, ‚Wo ist dein Enthusiasmus hin?’
Hartmuts Ziellinien-Zeremonie macht diesem langsamen Siechtum den Garaus. Es schafft klare Verhältnisse.

In den folgenden 20 Minuten gibt Klaas noch überflüssige Klamotten, überflüssige DVDs, überflüssige Papiere und überflüssige Erinnerungsfotos ab, bis um 13:23 Uhr der reine, reduzierte, neue Klaas vor uns steht, der ab sofort und ohne Übergangszeit damit anfangen darf, mit dem Leben aufzuhören. Er hat nun die Erlaubnis, die Schotten für neue Eindrücke dicht zu machen. Er hat seine politische Meinung, er weiß, was er von der Kirche, der Psychotherapie und der Naturheilkunde hält und er ist frühzeitig genug befreit von der Pflicht, auf dem Laufenden zu Bleiben, falls „auf dem Laufenden bleiben“ mehr heißt als mitzubekommen, welche Frau sich jetzt wieder das Sperma von Boris Becker eingeführt hat. Hartmut überreicht Klaas eine Urkunde. Dann wird gefeiert.

"Man könnte das alles für ziemlich zynisch halten", sage ich am Abend, als ich in das blaue Badewasser meiner Wanne steige und Hartmut nebenan in seinem Zimmer zur Entspannung Aberfeldy auflegt. Die Band spielt etwas kargen, aber romantischen Folkrock und insofern darf man musikalisch durchaus von Entspannung sprechen, allerdings kann man sie nur kennen, wenn man in sehr speziellen Magazinen die komplette Strecke der Plattenkritiken bis zur letzten Seite durchliest, so wie es mein Onkel früher mit der Sonntagszeitung tat. Ein "Interesse", das Hartmut seine Klienten in der Ziellinien-Zeremonie offiziell beerdigen lässt.
"Erstens muss ein Therapeut niemals selbst praktizieren, was er predigt", antwortet Hartmut, die Zahnbürste im Mund und zu Aberfeldy locker aus der Hüfte wippend. "Zweitens habe ich die Sache statistisch untersucht. Zwischen dem 23. und dem 27. Lebensjahr wissen Männer im Grunde, wer sie sind und was sie wollen. Sie sind nur zu feige, dazu zu stehen. Weil es zu viel ist und zu anstrengend wäre. Oder weil es zu wenig ist und sie falsche Ambitionen haben. Oft greift sie jemand auf wie ausgesetzte Hunde, versucht sie zehn Jahre lang zu erziehen und merkt dann, dass es zwecklos war und dass ein Labrador nun mal kein Doberman ist. Sie werden wieder ausgesetzt und fühlen sich nutzloser als zuvor. Diese zehn Jahre können wir ihnen ersparen."
Ich decke meinen nackten Leib mit dem Schaum des Badewassers zu, spiele mit der linken Hand noch ein wenig in den Bergen herum und pule mit der rechten schwarze Sockenflusen aus meinen Zehen.
"Sag mal", frage ich Hartmut, "bin ich eigentlich auch so?"
"Wie?"
"Na, wie unsere Klienten. Ich meine, ich will doch auch nur baden, trinken und Playstation spielen. Hier", - ich hebe mit der nassen Hand ein paar Comics auf der Ablage neben der Wanne an -, "seit wir hier wohnen lese ich beim Baden Comics. Ich habe durchaus bemerkt, dass du wochenlang kleine Philosophiebände von Walter Benjamin oder Karl Jaspers dazwischen gelegt hast in der Hoffnung, ich würde sie aufschlagen..."
"Du bist anders", sagt Hartmut. "Du gibst es ja zu. Du bist längst angekommen. Unsere Klienten hier, die würden noch bis zum 30. Lebensjahr behaupten, sie seien ganz offene Typen. Hier, nimm mal den, na, wie hieß er schnell, den von vorgestern?"
"Reinulf."
"Ja, Reinulf. Der dachte geschlagene acht Jahre lang, er wäre ordentlich, ästhetisch und verständnisvoll. Bis seine Freundin ihn verließ. Es dauerte wie lang, bis die Wohnung vermüllte und er wieder das erste Mal einen Mann auf der Straße anpöbelte? Drei Tage?"
"Sie leben wie an Gummibändern", sage ich, "voll auf Spannung."
"Lässt man sie los", ergänzt Hartmut, "schießen sie mit voller Wucht zu sich selbst zurück. Besser, man schneidet das Band früh genug ab, damit keiner dabei verletzt wird."
"Ja", sage ich, da mich diese Erkenntnis ein wenig traurig macht. Nebenan untermalen Aberfeldy meine Melancholie. Dann freue ich mich, weil ich einen besonders festen Fussel unter meinem Zehnagel lösen konnte, der mir schon seit Tagen Probleme bereitete.

Am nächsten Nachmittag hat Benjamin seinen Termin. Benjamin ist ein ganz harter Fall. Das Gummiband ist bereits viel zu lange um seine Hüften geknüpft. Es wäre besser gewesen, man hätte es ihm nie angelegt. Er ist mit nur einem Begleiter gekommen, seinem Bruder. Der Bruder sieht finster aus, weil seine Augen tief in den Höhlen liegen und komplett von Schatten bedeckt sind, als seien seine Augenbrauenknochen ein Vordach. Benjamin schaufelt seit 15 Minuten eine Menge Zeug in unsere Truhe und jammert währenddessen auf so würdelose und jungtatterige Art, dass ich froh bin, dass Susanne und Caterina diesen Zeremonien fern bleiben. Sie restaurieren zurzeit die Wohnung von Susannes Mutter in Köln, was eine zwar auch schwere und langwierige, aber alles in allem würdevollere Aufgabe ist.
"Hier ist mein Koran", sagt Benjamin und pfeffert das muslimische Buch der Bücher in die Truhe, "hier das Lehrbuch der Makrobiotik, hier mein Mitgliedsausweis vom Judoverein und hier das Mitgliedsbuch der Gewerkschaft." In jedem Wort und jedem Kistenwurf schwingt ein ersticktes "Scheiße!" mit, wie es sonst Männer äußern, die zum wiederholten Male zur Flasche gegriffen haben, obwohl sie angeblich endgültig trocken sind. Benjamin hat in den letzten sieben Jahren immer das gemacht, was seine jeweilige Partnerin oder sein Freundeskreis für richtig hielten oder eben selbst gemacht haben. Sein Tagebuch und sein Internetblog füllten sich dabei mit Einträgen, die immer mit Sätzen wie "Ich habe mich in den letzten Wochen wahnsinnig entwickelt" begannen. Mit 23 war er zwischenzeitlich tatsächlich angekommen. Er arbeitete als Stapler in einem großen Logistikcenter, hatte jeden Tag um 16 Uhr Feierabend, ging einkaufen, trainierte Dienstags und Donnerstags von 18-21 Uhr Fußball in der Kreisklasse, trat Sonntags zu einem Ligaspiel an, feierte Samstags mit seinem Kegelclub und traf sich jeden zweiten Freitag mit einem alten Kumpel zum X-Box-Zocken und Schweigen. War ihm nach Sex zumute, fuhr er je nach Kondition und Motivation in das Kabinencenter "Galaxy" in Bahnhofsnähe, wo man für 8 Euro die Stunde den Teppich besudeln durfte oder in die Uhlandstraße hinter dem Gewerbegebiet, wo man für 80 Euro die Stunde junge Rumäninnen besudeln durfte. Er hätte dieses Leben in zen-artiger Zufriedenheit 45 Jahre lang weiterführen können, hätten ihm nicht zwei alte Freunde den Floh in den Kopf gesetzt, dass er "zu mehr geschaffen" sei und außerdem auch auf ihn die echte Liebe warte. So zog er in die Welt, probierte alles aus, konvertierte für die schöne Ayan zum Islam und für die strenge Sabine zur Makrobiotik, engagierte sich politisch und wechselte von Fußball zu Judo, nur um viele Jahre später festzustellen, dass er selber niemals Muslim, Makrobiot, Gewerkschafter oder Judoka gewesen ist. Er hatte den Muslim, den Makrobioten, den Gewerkschafter und den Judoka nur gespielt. Das ist jetzt vorbei.
Der letzte schwarze Gürtel verschwindet in unserer Truhe. Benjamin sagt: "Um ehrlich zu sein: Ich habe schon beim braunen Gürtel nicht mehr gewusst, was ich für den roten gelernt habe."
Hartmut schließt die Truhe.
"Wer bist du?", fragt er Benjamin, laut und bellend wie ein Drill Sergeant.
"Ein Staplerfahrer!", antwortet Benjamin.
"Was willst du?"
"Malochen, kicken, kegeln und..."
Hartmut senkt die Brauen: "Na los, sprich es aus!"
"Ich…"
"Stammel hier nicht rum, dies ist deine Ziellinie, das Ende aller Illusionen als Anfang eines freien Lebens! Also sag es!"
Benjamin windet sich. Sein Bruder hält sich die Hand vor die Stirn.
"W-a-s w-i-l-l-s-t d-u?"
"Ich will ficken!", sagt Benjamin und lacht dann laut. Es platzt aus ihm heraus, als fiele die größte Last seines Lebens von ihm ab.
"Jawoll!", schreit er, den Finger in der Luft, "scheiß auf die Beziehungsarbeit!" Er kichert wie wahnsinnig. Sein Bruder packt schon mal zusammen. "Scheiß auf die Gewerkschaftsarbeit, die Ernährungsarbeit, die Körperarbeit und die Hausarbeit! Scheiß drauf! Ich will ficken!"
"Ist gut", sagt Hartmut, weil es nun auch ihm unheimlich wird, als habe er einen Lampengeist aus der Flasche gelassen. "Oh, aber klar", fährt Benjamin fort, ich verstehe schon, ich muss auf deine Familie zugehen, Ayan, aber natürlich, kein Problem, lerne ich halt die Suren auf Arabisch. Oh, meine Essgewohnheiten widern dich an? Wir müssen jetzt jeden Tag Rohkost essen und Petersilie und Algen und Miso? Nein, macht nichts, im Gegenteil, ich habe auf die Lehrbücher förmlich gewartet! Warum ich nicht engagiert bin, so als Arbeiter, als Proletarier, als einfacher Malocher? Ja, warum eigentlich nicht? Zeit, dass sich was dreht. Benjamin Morus, erster Vorsitzender des Regionalbüros der Gewerkschaft, mit passender Pflanze neben dem Schreibtisch, Benjaminus Ficus, jawohl! Ich habe Karriere gemacht! Kommt alle zu mir, ich rette die Welt, weil ich es kann, ja. Dabei will ich die ganze Zeit nur eines: Ich will..."
"Neeeeiiii...", versucht Hartmut ihn zu unterbrechen, doch Benjamin legt beide Hände auf den noch offenen Deckel der Truhe, geht ein wenig in die Hocke, um Schwung zu holen und brüllt dann so laut, dass die Scheunenwände wackeln und sich nach außen wölben: "FICKKEEEEEEN!" Dabei schlägt er die Truhe zu. Es kracht, als sei ein Sportflieger in den Garten gefallen.
Der Staub legt sich.
Benjamin sieht uns schweißerverklebt an.
"Das hat gutgetan", sagt er.
Sein Bruder ist mit dem Packen fertig.
Hinter der Kawasaki fäll knirschend eine alte Latte zu Boden.
Hartmut räuspert sich, rückt die blaue Robe mit den gestickten Scheuklappen zurecht und überreicht dem Klienten sein Diplom.
"Kein Buffet mehr?", frage ich und kenne schon die Antwort.
"Kein Buffet!", sagt Benjamin, sieht seinen Bruder an und sagt: "Jetzt wird gefressen. Und gef..."
"Ja, wir haben verstanden!", unterbricht ihn Hartmut.
Die beiden Männer verlassen die Scheune. Der Bruder klopft Benjamin auf die Schulter, als wäre all das längst überfällig gewesen und als hätte man zu seiner Zeit noch keine obskuren Zeremonien dafür gebraucht.
Hartmut schließt die Scheune sorgfältig und wirkt nachdenklich dabei. Eine Nachbarin steht schweigend im Garten und tut so, als kontrolliere sie die Wäsche. Hartmut lässt die Hände am Scheunentor, atmet aus und sackt ein wenig zusammen.
"Vielleicht sollten wir auch einen Schlussstrich ziehen", sagt er.
Ich sage nichts, forme aber meine Lippen zu einem spitzen Fischmaul, was bei mir meistens so viel wie "Ja" bedeutet. Er nickt trocken, nimmt die Hände vom Scheunentor, klopft zwei Mal dagegen wie gegen einen alten Gaul und geht mit mir Richtung Vordertür. Noch bevor wir die alte Treppe hinauf steigen weiß ich, dass die Scheune ab Montag wieder ausschließlich für Susannes Reparaturen und Caterinas Malerei genutzt werden wird. Ich bin zufrieden damit. Auf manchen Pfaden muss man nicht bleiben.

Am Sonntag Abend legt Hartmut die blaue Robe behutsam auf die Sachen in der großen Truhe, klopft noch einmal auf das Emblem mit den Scheuklappen und schließt dann den Deckel. Leise und endgültig.

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